Dziewuchy Dziewuchom

Mädels den Mädeln*

Berlin | Stettin
19.9.17 | 20 Uhr | RegenbogenKino

Am 9.- 10.9.17 findet in Poznan (Posen) in Polen der IX Frauenkongress statt (Kongres Kobiet w Poznaniu).

„Die Mädels” aus Berlin und Stettin berichten über den Kongress und über die Themen, die momentan in Polen wichtig sind.
Das wichtigste Thema:
Sich stets wiederholende Versuche, das Abtreibungsrecht in Polen völlig abzuschaffen. Unter dem Motto „Ratujmy kobiety” – Retten wir die Frauen -sammelt man jetzt in Polen Unterschriften für den Vorschlag der Bürgerinitiative (Obywatelski Komitet Ustawodawczy „Ratujmy Kobiety 2017”) zum Thema Frauenrechte und bewusste Elternschaft.

Das ist ein Kampf, der schon ein Jahr dauert. Der schwarze Protest (Czarny Protest vom 10.9.16) und der Schwarze Montag (Czarny Poniedziałek am 03.10.16) brachten den Polinnen einen Sieg. Die Regierung zog das restriktive Antiabtreibungsgesetz zurück. Aber es kommen immer wieder neue Versuche, das 100%ige Abtreibungs-Verbot zu etablieren.

Zugleich werden in Polen viele andere Gesetze geändert oder eingeführt: die Angriffe auf die Gerichtbarkeit Polens und die Dreiteilung der Macht oder das Abholzen des ältesten Urwalds Europas (Puszcza Białowieska) sind auch in der Welt laut besprochen und kritisiert. Viele andere Gesetzänderungen passieren wie nebenbei, wie z.B. Gesetze gegen den alleinerziehende Mütter, die Repolonisierung der Medien oder die Änderungen des Wohnungsrechts.

Diese Entscheidungen werden das Leben aller Polen beeinflüssen, darunter auch Frauen, Familien und Flüchtlinge oder überhaupt von Ausländern. Der fanatische Ton des politischen Diskurses in Polen ist voller Hass gegen Frauen, gegen Andersdenkende, gegen Ausländer.
Das Leben in Polen ist jetzt nationalistisch orientiert, die Kirche entscheidet über das Recht im Staat, man unterstützt faschistische Strömungen. Die Flüchtlinge, darunter auch Frauen und Familien werden feindlich und inhuman behandelt.

Banhof in Brześć (Brest, Weißrussland / Belarus) ist zum Symbol der jetzigen polnischen Flüchtlingskrise geworden. Dort kampieren ganze Familien, die seit Wochen auf die Erlaubnis warten, nach Polen einreisen zu können und denen man schon viele Male die Möglichkeit verwehrt hat, einen Asylantrag zu stellen. Sie verharren dort ohne gültige Dokumente, ohne ärztliche Hilfe, ohne Geld. Ihre einzige Hoffnung ist die Gnade eines polnischen Grenzsoldaten.

Wir sind Migrantinnen in Berlin, wir wissen, wie das Leben der Flüchtlinge aussieht, wir bekennen uns zur Solidarität mit anderen Migrantinnen, die, wie wir selber, das bessere Leben suchen, wir sind moralisch verpflichtet, dieses Thema aufzugreifen.

Dziewuchy dziewuchom in Berlin (Mädels den Mädeln). Solidarisch mit den Frauen, solidarisch mit den Flüchtlingen!

Berichte, Debatte, Gesprächsrunde, Ausstellungen.

Zwei Ausstellungen zeigen wie man nah an der polnischen Grenze die Flüchtlinge behandelt – in Deutschland und in Weißrussland. Es sind zwei Welten und zwei Einstellungen der Welt gegenüber. Eine – freundlich, offen, tolerant, integrativ.
Die andere – schandhaft und inhuman. Die erste vertreten durch die Deutschen, sie zweite – durch die Polen, führende Christen Europas.

Kommt zur Debatte und zu den Ausstellungen. Seid ihr Polen, bringt euren Personalausweis mit – wir sammeln Unterschriften unter der Petition „Ratujmy kobiety” – dafür wird die PESEL-Nummer gebraucht.

Rettet die Flüchtlinge, rettet die Frauen, rettet die Demokratie.

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