Ein Flair von 68

Die Jawaharial Nehru Universität in Delhi
Listening together - Bilder und Diskussion

Mit dem Feature-Autor des Deutschlandfunks Dominik Müller

Do., 5.10.17 | 20 Uhr | RegenbogenKino

Im Süden Delhis liegt auf einer leichten Anhöhe der 400 Hektar große Campus der staatlichen Jawaharlal Nehru Universität (JNU).
Im Vergleich zum Rest der Stadt ist er nicht nur eine Oase der Ruhe, sondern die JNU ist auch schon immer eine Hort der Kritik gewesen. In ihren weitläufig verstreuten Hörsälen, Mensen, Studierendenwohnheimen und manchmal auch in den Häusern der Professoren und Angestellten finden lebhafte Debatten statt. An der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät unterrichten Professorinnen die aktuelle Anwendung marxistischer Theorie, der Campus ist übersät mit Plakaten gegen Krieg, Ausbeutung und multinationale Konzerne. Im In- und Ausland gilt die JNU als eine der besten Universitäten Indiens für Sozial- und einige Naturwissenschaften.

Die Universität ist klein und zählt nur etwas mehr als 8000 Studierende, an der University of Delhi sind es 400.000 Studierende. Aber es ist vor allem die JNU, die gesellschaftspolitische Themen setzt. Der BJP-Regierung, die Indien seit 2014 Jahren regiert, ist sie ein Dorn im Auge. Die Regierung versucht, das Curriculum im Sinne des „Hindunationalismus“ zu beeinflussen.

Manchmal wird auch eine härtere Gangart eingelegt: Schlägertrupps attackieren Professoren und Studierende, die Polizei durchsucht Wohnheime auf dem Campus und nimmt Sprecher von Studierendenvereinigungen wegen aufrührerischer Tätigkeiten fest.


Eintritt frei - Spenden willkommen.

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